“In Ostfildern wurde im Dezember vergangenen Jahres 400 Eltern mitgeteilt, dass sie in den kommenden acht Monaten nicht mit einer Zusage für einen Kita-Platz rechnen können. Auch die Schulkindbetreuung ist eine reine Mangelverwaltung. Dass Ostfildern vor einer derartigen Klippe steht, während die umliegenden Kommunen solche großen Herausforderungen mühelos meistern, ist bedauerlich.”, stellt der Vorstand der CDU Ostfildern fest. “Die betroffenen Eltern fordern hier zu Recht schnelle Hilfe, das ist auch unsere Verantwortung für eine gute Versorgung unserer Kinder. Im Vergleich zum Bundesschnitt fehlen in Ostfildern dreimal so viele Betreuungsplätze wie anderswo.”
Der CDU Stadtverband Ostfildern hat sich mit der schwierigen Lage befasst und konkrete Vorschläge erarbeitet, die in die laufenden Workshops der Stadtverwaltung einfließen sollten. “Alle Vorschläge sind auf kommunaler Ebene umsetzbar – wir wollen, dass die Probleme dort gelöst werden, wo sie entstanden sind. Dies muss Chefsache sein – die Stadt ist in der Pflicht, der Oberbürgermeister in der Bringschuld.”
• Im Vordergrund muss stehen, dass sich die Stadt mit Experten, Entscheidungsträgern etc. zusammensetzt und ein konkretes und trägerübergreifendes Konzept für Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel im Bereich der Kinderbetreuung erstellt.
• Elemente eines solchen Konzeptes könnten sein:
Gehalt: Ausschreibung neuer Stellen auch nach S 8 b TvÖD.
Zulage: Einführung der tarifvertragskonformen Arbeitsmarktzulage Tarif + (vgl. Stuttgart).
Unterstützung bei der Wohnungssuche
Ausbildung konsequent und trägerübergreifend nach dem Konzept der praxisintegrierten Ausbildung (PiA).
• Systematische und koordinierte Anwerbung ausländischer Fachkräfte.
(z.B.) Stuttgart hat (Stand 2018) bisher bereits 42 rumänische, 15 italienische und 15 spanische Fachkräfte
angeworben. Für das 2019 sollten weitere 30 Fachkräfte im Ausland angeworben werden. • Konzept für die Gewinnung von Quereinsteigern erstellen (vgl. Stadt Lahn):
Besonders geeignet wären Berufsgruppen z.B. wie Physiotherapeuten, Krankenpfleger, Logopäden, Arzthelfer, Sport- und Erziehungswissenschaftler. Grundsätzlich muss der Quereinstieg aber auch für andere Berufsgruppen offen sein.
Da viele Quereinsteiger bereits im Berufsleben stehen, muss die Stadt bereits ab Beginn der Ausbildung für eine angemessene Bezahlung sorgen (Eingruppierung).
Um den Einstieg zu erleichtern, wird außerdem eine zweiwöchige Kompaktschulung zu den Grundsätzen des Alltags in einer Kindertagesstätte / Schulkindbetreuungseinrichtung und der Pädagogik stattfinden.
Voraussetzung für den Quereinstieg sollte die Teilnahme an einem Vorbereitungskurs sein. Die Stadt Lahr kooperiert hier z.B. mit der Merian-Schule Freiburg und verlangt einen zweijährigen Kurs mit pädagogischen Inhalten. Anschließend erfolgt die schulische Prüfung und ein Anerkennungsjahr. Bereits im Anerkennungsjahr sind die Beschäftigten als zu 100 % auf den Personalschlüssel anrechenbar.
Die CDU Ostfildern fordert die Stadtverwaltung auf, die Vorschläge im Rahmen der derzeitigen Workshopreihe zu prüfen und konkrete Vorschläge zur Umsetzung zu machen.
Hintergrundinformationen:
Informationen zur Kinderbetreuung (ppt-Präsentation / Anlage) Antrag zur Schulkindbetreuung in Ostfildern (link)

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