Pläne zu einer Verlängerung der U7 von Ostfildern nach Esslingen

Michael Brucker Schon einmal waren das Neckartal und die Fildern durch eine Straßenbahn verbunden: von 1926 fuhr 52 Jahre lang die END-Straßenbahn von Esslingen über Nellingen nach Denkendorf, Scharnhausen und Neuhausen. Am 28. Februar 1978 musste der Betrieb dann eingestellt werden und wurde durch die Buslinien 119 und 120 abgelöst.

Nun wollen die CDU-Stadtverbände Ostfildern und Esslingen die Strecke reaktivieren - in den nächsten Monaten möchten sie sich intensiv für eine neue Stadtbahn zwischen dem Neckartal und den Fildern einsetzen. Im Rahmen einer Infoveranstaltung im Kleinen Saal an der Halle in Ostfildern – also auf dem Gelände des ehemaligen Straßenbahn-Depots - stellten Michael Brucker, Vorsitzender der CDU in Ostfildern und sein Esslinger Kollege Tim Hauser am Dienstagabend die Eckdaten für dieses Projekt den knapp 100 Interessierten vor.

Die Neubaustrecke, der im Regionalverkehrsplan unter der Maßnahme 55 eine „hohe verkehrliche Wirksamkeit“ und deshalb auch eine „hohe Dringlichkeit“ attestiert wird, hätte eine Länge von 3,4 km, von der knapp 1 km im Bereich Zollberg in einem Tunnel verlaufen müsste. Außerdem sollte eine weitere Tunnellösung für die knapp 500 Meter im Bereich der Ludwig-Jahn-Straße in Nellingen eingeplant werden.
Hauser und Brucker erklärten auch, dass bereits mehrere Trassenverläufe, u.a. auch über Berkheim und Sirnau, diskutiert wurden. Die beiden Stadtverbandsvorsitzenden stellten aber klar, dass sie nur die im Regionalverkehrsplan genannte Streckenführung für realisierbar halten. Diese Lösung würde auch den großen Vorteil bieten, dass sich die Fahrzeit gegenüber heute um fast 10 Minuten verkürzen würde, wodurch ein immenses Potential an Fahrgästen entstehen würde. Man gehe von einer zusätzlichen ÖPNV-Nachfrage von 7.100 Wegen pro Tag auf der betroffenen Linie aus.
Die beiden Stadtverbandsvorsitzenden beantworteten auch die Frage ausführlich, warum sie sich gerade jetzt für dieses Projekt stark machen wollen: Im Zuge der Klima- und Umweltschutzdebatte sei ein neues Bewusstsein entstanden. Durch die neue Stadtbahn könnte die CO2 -Emission um acht Tonnen pro Tag gesenkt werden. Zudem stimmen die finanziellen Rahmenbedingungen: Die finanziellen Mittel des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) wurden bis 2022 von 170 auf 350 Millionen Euro erhöht. Daher könne mit einem „erheblichen Förderpotenzial“ gerechnet werden. Und im Zuge von „Stuttgart 21“ und der damit verbundenen Aufwertung des Stuttgarter Hauptbahnhofs soll Esslingen nicht abgehängt werden. Durch die Verlängerung der U7 hoffen die CDU-Vorsitzenden, aus dem Esslinger Bahnhof eine „Mobilitätszentrale“ machen zu können. Außerdem sei eine Kapazitätserhöhung im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zwingend notwendig für eine Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene.
Sowohl Brucker als auch Hauser verweisen darauf, dass die Tunnellösungen zwar hohe Investitionen notwendig machen, dass dadurch aber auch der Flächenverbrauch auf ein erträgliches Maß reduziert werde. Beide betonen auch, dass das Projekt nicht zum Nullpreis zu bekommen ist. Es ist ein großer politischer Wille – überparteilich und von allen beteiligten – erforderlich.
In ihren Schlussworten machten die beiden CDU-Chefs noch einmal klar: Sie wollen jetzt handeln, denn das Klima- und Verkehrsproblem lasse sich nicht mit bloßem Gerede lösen. Deshalb werden sich ihre beiden Stadtverbände in den kommenden Monaten intensiv darum kümmern, dass die notwendigen Schritte Richtung einer Realisierung gemacht werden.

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